Mittwoch, 2. März 2011

Im Birnbaum

Die Dosi macht sich unbeliebt. Die letzte Nacht mußte ich doch tatsächlich draußen auf dem Birnbaum verbringen. Na ja, nicht die ganze Nacht, später bin ich in der Futterkammer schlafen gegangen.  Das kam alles durch den braunen Kater. Erst hat er Willy verhauen. Willy ist ein ganz hamloser, kleiner Kater. Er hat immer viel Angst und ist der Liebling von unserer Dosimamma. Willy saß dann im Birnbaum ganz hoch oben und hat geweint, weil er nicht wieder runterkommen konnte. Mitten in der Nacht hat die Dosi eine halbe Stunde lang mit ihm gesprochen und ihn gelockt. Sie wollte sogar die große Leiter aus der Scheune holen. Aber die war zu schwer und der Dosimann war schon längst im Bett. " Willy, kleiner Willy komm" säuselte die Dosi und tatsächlich hat es Willy nach unten geschafft und durfte in die Wohnung.

Wenig später hat der braune Kater mich verprügeln wollen. Ich natürlich auch hoch in den Birnbaum und aus Leibeskräften geschrieen. Wieder kam die Dosi aus dem Bett. Aber kein Gesäusel. Nee, da  fragt sie mich doch einfach nur "Willst Du reinkommen?"  - "dann komm runter".  Nun war ich beleidig, weil sie bei Willy mehr Mühe gegeben hat und bin im Baum sitzengeblieben. Da ist sie doch tatsächlich wieder ins Bett gegangen. Unerhört.

Der Birnbaum vor dem Küchenfenster ist sehr wichtig für uns. Bei Gefahr klettern wir daran hoch. Auf halber Höhe können wir auf das Dach von der Futterkammer springen und mit einem Trick, den die Dosi nicht kennt, unter das Dach kriechen. Dort ist es trocken und keiner kann uns dort erreichen.  Zu einer Seite hin kann man auch den Hof überblicken. Für uns ein strategisch wichtiger Platz. So entgeht man dem Tierarzt, lauten Besuchern, Hunden und anderen suspekten Objekten.

Die Dosi möchte den Birnbaum weg haben. Im Herbst sind da tausende von kleine Birnen dran, die schon faul sind, wenn sie runterfallen. Das freut die Wespen und Hornissen aber nicht die Dosi.  Weil der Baum als Fluchtmöglichkeit für uns so wichtig ist, wird er wohl stehenbleiben.


Kommentare:

  1. Hallo, liebe Ninifee,

    das ist ja wirklich gemein! Der Willy wird zugesäuselt und Du wirst unfreundlich angeraunzt. Das ist ja wie bei uns - Finchen wird immer mit "Hallo, meine schöne, sanfte Graue" angesprochen und bei mir heißt es "na, du frecher Rabauke". Kerstin hat noch nie was von sanft im Zusammenhang mit mir gesagt - vielleicht liegt es an meiner Art und daran, dass ich Finchen anspringe und ihr Haare ausreiße.

    Ninifee - überede Deine Dosi nur, dass sie den Baum stehen lassen. Und erzähle ihr bloß nicht Eure Katzengeheimnisse!

    Liebe Grüße und bis bald

    Ayla

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  2. Jawollja, den Birnbaum unbedingt stehenlassen!
    Wie kann die Dosi denn nur ans Umschneiden denken, ts, tss, tsss..

    LG Elena

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  3. Hallöchen,
    das kenne ich nur zu gut: Kimbi war kurze Zeit ihres Lebens ja auch Freigängerin und vor unserem damaligen Haus befand sich ein hoher Busch, in den sie sich immer flüchtete, wen Gefahr drohte. Leider mussten wir sie auch allzu oft von riesigen Bäumen runterholen, weil sie es allein nicht mehr schaffte. :-(
    Heute kann ich ihr keinen Freigang mehr geben, da wir mitten in der Stadt wohnen. Naja, so habe ich wenigstens wieder "mehr innere Ruhe". Muss auch sagen, sie kommt mit ihrem vernetzten Balkon sehr gut klar.
    Übrigens: Wundervolle Fotos! ;-)
    LG Nadine & Cats

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  4. Hallo,

    ich kenne solche Situationen auch von ganz früh. So schnell waren unsere Katzen auf den höchsten Bäumen, nur runterkommen war dann ein Drama. Aber vielleicht lassen sich die Katzen auch gerne "bitten" wieder runter zu kommen und haben so ihr Frauchen gut im Griff;)


    LG Claudia

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