Mittwoch, 13. Juli 2011

Bericht

Vielen Dank für Eure Tipps und die guten Wünsche. Hier mal ein Statement zum Stand der Dinge.

Die restlichen Heelpräparate sind gestern gekommen. Das sind folgende Composita: Ubichinon, Coenzym und Solidago.  Die bekommt sie jetzt nach dem von Heel vorgeschlagenen Schema. Im Normalfall sollte gespritzt werden. Ich bin feige und konnte noch nicht über meinen Schatten springen es zu tun.  So bekommt sie es oral.  Bei meinem Pferd habe ich keine Probleme mit dem Spritzen setzen. Das ist aber mehr Fläche zum ansetzen, das Hotte bleibt brav stehen und nimmt hinterher zufrieden sein Leckerli. Ninifee ist klein und sehr, sehr abgemagert. Man mag keine Kraft aufwenden um dieses panisch zappelige Ding zu fixieren. Mache ich ihr massiv Stress versteckt sie sich und läßt sich ein paar Tage lang nicht anfassen. Man muß alle Aktionen bei ihr auf Minimaldosen aufteilen. Deshalb hat es keinen Sinn mit ihr zum Tierarzt zu fahren. Mein Mann meint, sie würde auf dem Weg dahin ihr letztes bisschen Kraft  verbrauchen und ggf. die Fahrt schon nicht überstehen.  Sie zu sedieren wäre in dem jetzigen Zustand auch nicht der richtige Weg und fast schon fahrlässig zu nennen.

Wir haben eine mobile Tierarztpraxis ausfindig gemacht, die voll ausgerüstet bis vor die Haustür kommt. Leider machen die zur Zeit Urlaub. Das Sorgenkind im Korb mal eben vor die Tür zum Wagen des Tierarztes zu tragen müsste hinhauen. Wenn alles sehr schnell und leise über die Bühne geht, könnte das eine Option sein. Ich hoffe, sie hält noch solange durch.

Ansonsten hat sich ihr Zustand insofern verbessert, als sie nicht mehr abwesend wirkt, wieder auf ihren Namen reagiert und gestern sogar ein paar Schritte auf mich zu gemacht hat, als ich mit etwas Hühnchen zu ihr kam. Die Zeit bis zum Eintreffen der Heelpräparate habe ich mit meinen Bordmitteln aus der homöopathischen Hausapotheke überbrückt. Ein passendes Mittel repetorisieren kann ich nicht aber das, was ich ihr gegeben habe, scheint sie wenigstens etwas verbessert zu haben. (U.a. war das Arsenicum alb., Carbo veg., Lespedeza, Acitum nitricum)

Sie trinkt und pinkelt weiter sehr viel. Das wichtigste scheint mir, dass sie frißt.  Man muss ihr Bissen für Bissen einzeln vorlegen. Mal nimmt sie was mal nicht. Ich versuche die Situation nüchtern zu betrachten obwohl mir die Tränen in den Augen stehen und ich den Tod von meinem Kater vor drei Jahren immer noch nicht so recht verwunden habe. Er wurde nur 10 Jahre alt, Ninifee ist 9. Unsere bisherigen Katzen haben fast alle ein wesentlich höheres Alter erreicht.

Eine sehr umfassende Seite mit Informationen zur chronischen Niereninsuffizien bei Katzen habe ich hier gefunden. Die Ausage, dass man die Erkrankung erst bemerkt, wenn es bereits zu spät ist, reduziert ein wenig meine Schuldgefühle.


Und damit das hier nicht so einseitig traurig und sorgenvoll wird,  habe ich mich noch zu einem Foto von den Jungs durchgerungen.

Dick und Doof ?  Nein, Hermann und Willy.




Kommentare:

  1. Eine schlimme Geschichte, ich hab mich jetzt nach hinten hin durchgelesen.
    Hier ein paar Fakten die mir so durch den Kopf gehen, aber OHNE Gewähr und ohne irgendwie als Besserwisserisch zu wirken:
    Ich kenne einen Tierarzt der hat mir mal erzählt dass seine Katze uralt sei und seit ca. 10 Jahren eine schwere Niereninsuffienz hat. Er hat ihr noch nie Diätfutter gegeben. Nun sei sie aber mit ca. 16 Jahren schon langsam sehr alt ...
    Da ich früher als unwissende Katzenzüchterin den Katzenkäufern immer geraten habe, TroFu zu geben (auch meinen Kindern die auch Katzen halten), erhalte ich jetzt nach einigen Jahren oft Rückmeldungen dass die Katzen an der Niere erkrankt sind. Auch zwei meiner Kinder haben Katzen die an der Niere erkrankt sind. Meiner Tochters Katze ist 15 Jahre alt und seit einigen Jahren schwer Nierenkrank. Seit sie auf Frischfleisch umgestellt hat, sind ihre Nierenwerte normal. Obwohl sich anscheinend die Niere nicht regenerieren kann ... Die Werte sind dokumentiert.
    Mein Sohn hat jetzt auf 100% Büchsenfleisch umgestellt, seit seine Katze schon mehrere Male dem Tode nahe war. Auch wegen der Niere. Ihr geht es besser, Nierenwerte noch immer schlecht.
    Trotz des Stresses der ein Futterwechsel mit sich bringt, haben es beide Katzen ohne Folgen überstanden. Beide waren sich im klaren darüber dass es auch hätte anders werden können ...
    Keine Katze ist wie die andere und es sind auch nicht Tipps die ich hier gebe, sondern eher gedankliche Begebenheiten. Im Normalfall ist es ja so dass wenn die Niere kaputt ist, sie sich nicht mehr regeneriert.
    Ich möchte Dir mit diesen Worten nur sagen, dass es manchmal schlimm aussieht und dann wieder besser werden kann.
    Mein Tipp: Such Dir (vielleicht mit einer Anzeige) eine Tierpraxisassistentin, die zu Dir nach Hause kommt um der Kleinen Blut abzunehmen. Die können das auch und wäre vielleicht eine bessere Lösung als Tierarzt. Die Tests machst Du natürlich dann über einen Tierarzt. Wenn die privat kommen, dann riechen die auch nicht nach Tierarzt und erschrecken die Katzen weniger.
    Ich wünsche der Kleinen gute Besserung!
    Liebe Grüsse
    Dany

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  2. Ach ja ... noch was. Ich hab damals diesen Tierarzt gefragt, warum er denn dieses Diätfutter verkauft wenn er nicht überzeugt ist. Seine Antwort war: Weil die Leute es verlangen und sie lieber was tun wollen, als gar nix tun.
    Seine Meinung ist: Dieses Diätfutter wird sehr schlecht akzeptiert. Dann lieber mit einem normalen Büchsenfutter weiterfüttern oder TroFu einweichen, sonst magern die noch mehr ab...
    Ich habe viele Leute kennen gelernt die nie Diätfutter gegeben haben und deren Katzen trotzdem noch jahrelang gelebt haben.

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  3. @ Dany
    Diätfutter oder nicht Diätfutter ist mir tatsächlich im Moment egal. Sie hat es eh nur einmal genommen und bevorzugt im Moment frisches oder angekochtes Fleisch. Heute hat sie noch gar nichts gefressen, wirkt aber ganz munter und zufrieden.

    Letztes Jahr, als die Jungkatzen so dick wurden, hatte ich auch umgestellt auf Frischfleisch. Das ging eine Weile gut, dann mäkelten die Kleinen dran rum und nur Ninifee hat wirklich alles und reichlich davon gefressen. Somit gibt es bei uns von allem etwas, Frischfleisch, Dosen und Trockenfutter. Wobei letzteres besonders bei den Jungkatzen beliebt ist. (Kiddies mögen eben Fastfood) Ich kann mich erinnern, dass man die Schuld für Nierenschäden oft im Trockenfutter sucht. Wichtig ist, dass die Katzen viel trinken wenn sie ausschließlich so gefüttert werden. Werden unsere nicht - auch wenn sie es gern hätten ;-) Jetzt im Sommer mag ich mir
    allerdings das gefrostete Frischfleisch nicht gern schicken lassen. Auch wenn es in Styroporkästen kommt, ist es doch einige Zeit unterwegs und das ist mir suspekt bei der Wärme.

    Unsere ersten Katzen - zwei rotgetigerte Brüder - hatten immer ihr Trockenfutter und den Wassernapf zur freien Verfügung stehen und bekamen abends Fisch oder Fleisch frisch gekocht. Der eine wurde 7, starb auch an Nierenversagen. Der andere wurde 17, obwohl er wegen eines Krebsgeschwulstes am Bein mehrfach
    operiert wurde. Die Fütterung allein kann es nicht ausmachen. Scheint eine sehr individuelle Angelegenheit zu sein.
    Christiane

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  4. Deine Katzen dürfen ja sowieso raus, dann fangen sie wohl auch selber noch Beute. Dann ist es nochmals etwas anderes, als dann Katzen die immer eingesperrt sind.
    Es ist niemals so, dass wenn man artgerecht füttert, man dann nie irgendwelche Probleme hat. ist ja bei uns Menschen auch so. Es wäre zu schön...Trotzdem bin ich der Meinung dass Katzen Raubtiere sind. Ich respektiere aber alle anderen Meinungen.
    Ich wünsch euch von ganzem Herzen dass eure "Kleine" noch viele Jahre bei euch sein kann. Ich komme gerne hier vorbei zum lesen, kann aber nicht immer kommentieren. Die Zeit ;)
    Liebe Grüsse
    Dany

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  5. Liebe Christiane,

    ich drücke die Daumen, dass das mit der mobilen Tierarztpraxis klappt und Ninifee nicht soviel Panik hat und sich untersuchen lässt.

    Ich habe überhaupt keine Erfahrungen mit solch einer Erkrankung, aber mir macht das schon Angst wenn ich das so lese.

    Alles Gute für Ninifee.

    Ein schönes Bild der beiden Jungkater.

    LG Claudia

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  6. Hallo Christiane,

    lass Ninifee fressen, was sie will - Hauptsache, sie frisst überhaupt. Aber das machst Du ja sowieso. Bei normaler Ernährung wäre vielleicht ein Phosphatbinder (Renalzin oder Aluminiumhydroxid) ganz gut - frag mal den Tierarzt danach. Ich persönlich bin der Meinung, dass Diätfutter auf Dauer nicht optimal für eine CNI-Katze ist. Dann eher Normalfütterung mit Zusatz eines Phosphatbinders, wenn notwendig.

    Hier nochmal ein wenig zur SUC-Therapie. Ich hab mit meiner Gina auch den Einstieg oral gemacht, es hat trotzdem funktioniert.

    Alles Liebe und Gute

    Kerstin mit Finchen und Ayla

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  7. Liebe Christiane,
    leider ist "meine Karin", die Ärztin meines Vertrauens, derzeit in Urlaub. Karin hat ein enormes Wissen und ist auch ein absoluter "Katzenmensch"! Sie hilft mir, seit der Erkrankung meines Sorgenkindes Willi ungemein, und hat auch meiner Tussi hilfreich zur Seite gestanden. Sobald sie aus dem Urlaub zurück ist, wird sie mich anrufen. Dann kann ich mit ihr über Deine Ninifee sprechen.
    Obwohl ich seit mittlerweile 34 Jahren Katzen besitze, wollte ich schon des öfteren kein Tier mehr - es ist so schlimm, im Krankheitsfall ohnmächtig zu sein .............
    Ich glaube trotzdem, das es "unsere Ninifee" schaffen wird....wer würde diesen entzückenden Blog mit den vielen Posts schreiben ???
    Ich drücke Dich ganz, ganz fest und bin mit meinen Gedanken bei Dir und Deinem Fellbündel.
    Liebe Grüße
    Brigitte P.

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  8. Liebe Brigitte,
    das ist ganz lieb von dir *knuddel*

    Ich glaube allerdings, dass man für ein gezieltes Vorgehen die Blutwerte bestimmen müsste. Auch meine Tierarztfreundin(die mittlerweile in Bayern lebt), kann mir aus der Ferne nicht helfen sondern nur aufgrund meiner Verdachtsdiagnose allgemeine Vorschläge unterbreiten. Ich gebe weiter die Heel Präparate. Der Zustand hält sich einigermaßen und sie frißt wenigstens - wenn auch nur Miniportionen.

    GLG Christiane

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  9. Hallo Christiane,
    ich denke sehr an Dich und Deine Ninifee und hoffe, dass sich irgendwie alles zum Guten wendet. Mir ist sie so sehr ans Herz gewachsen (Deine anderen Katzen auch) und sie ist eine solche Schönheit! So hoffe ich mit Dir und mit allen anderen Katzenfreunden auf eine Besserung und drücke ganz fest die Daumen!
    Liebe Grüße
    Renate D.

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  10. Ach, wenn ich nur einen Rat geben könnte..

    Aber ich denke viel an Dich und hoffe, daß es Ninifee bald noch besser gehen möge!

    Liebe Grüße, und Du machst sicher Deinem Gefühl folgend das allerbeste

    E.

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  11. Jetzt schaue ich hier nach längerer Zeit mal wieder rein und was lese ich...es gibt schon wieder schlechte Nachrichten. Die Sorgen hören nicht auf. : (
    Ich habe mir die Berichte alle durchgelesen...wenn ich Dir nur irgendwie helfen könnte...
    Du hast gute Tipps bekommen,ich hoffe, daß sie Dir weiterhelfen.
    Ich denke an Dich und an Ninifee und hoffe, daß es bald etwas Gutes zu berichten gibt.
    Drücke Dich ganz fest !
    Liebe Ninifee, werde ganz schnell wieder gesund !
    Das Bild von Hermann und Willy alias Dick und Doof ist herrlich, das zaubert mir ein Lächeln in's Gesicht.
    Alles Gute für Euch !
    Liebe Grüße
    Manu

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