Mittwoch, 27. Juli 2011

Das Gefühl der Einsamkeit

Ich bin müde, sehr müde. Der Blick auf die Jungkatzen und der Gedanke, dieses Bangen um ein geliebtes Leben, den Abschied und den Verlust noch oft durchmachen zu müssen lähmt mich genauso, wie die Leere, die meine kleine Maus hinterlassen hat. Es fällt mir leichter, jemanden gehen zu lassen, der alt ist und sein Leben gelebt hat. Jemanden vorzeitig zu verlieren ist nicht fair. Was müssen erst die Eltern der Jugendlichen empfinden, die in Norwegen ihre Kinder aus so unsinnige Weise verloren haben. Was für ein Schock.  

Ich frag mich, was leichter zu ertragen ist,  sich dem Tod unmittelbar und unverhofft gegenüberzusehen oder ihn aus der Ferne kommen zu sehen und zu hoffen, er möge vorbei gehen und ein anderes Ziel haben. Krankheit und Siechtum sind schwer zu ertragen. Die Schuldgefühle, nicht alles für Ninifeee getan zu haben wiegen schwer obwohl ich weiß, dass es nicht anders möglich war. Sie ruht nun auf dem Hof neben unserem Freund Pigeldy.  

Die Jungkatzen gehen ihrer Wege. In der kalten verregneten Nacht nach Ninifees Tod waren alle seit langem mal wieder über Nacht in der Wohnung. Sie haben mich sogar durchschlafen lassen. Keiner wollte bei dem Wetter wieder nach draußen. Vielleicht wollten sie mich trösten.  Morgens lag sogar Hermann neben mir - das ist eigentlich Sillas Platz! Sonst sind es Twinkle und Willy, die Nachts drin sind allerdings bei Willy auch oft verbunden mit dem Wunsch zu Unzeiten nach draußen zu wollen und nach einer halben Stunde wieder am Fliegengitter zu kleben und nach einem Platz im warmen Bett zu verlangen. Paulchen ist oft ein paar Tage weg, Hermann ein unsteter Geselle, der aber wenigstens kurz zum Fressen und Schmusen reinkommt. Mutter Pinky ist bereits seit mehreren Wochen weg.

Die ersten Tage nach Ninifees Tod wollte Silla gar nicht mehr rausgehen. Da sie kein Freund von Katzenklos ist, habe ich sie tatsächlich zweimal am Tag eingefangen und zwangsweise an die Luft gesetzt. Nach 10 Minuten stand sie wieder vor der Tür ... Mittlerweile verlangt sie selbst wieder rausgelassen zu werden. Es wird noch ein Weilchen dauern, bis sich eine neue Normalität eingestellt hat. 



Ich denke, dass mit dem Fotobuch ist eine gute Idee. Es lenkt ab und die vielen Fotos auf meiner Festplatte werden so greifbarer.  Wenn ich nicht mehr bei jedem Bild von ihr heulen muss, fange ich damit an. 

Kommentare:

  1. Ja, das ganze Leben wird einem aus den Angeln gehoben. Auch Monate später schnürrte es mir das Herz ab, wenn mein Kater beim gemeinsamen Gartenrundgang immer erst hoffnungsvoll zum Haus zurückschaute und wartete, ob sie wohl da ist und mitkommt, so wie früher... Manchmal macht er das heute noch.
    Irgendwann haben alle sich in einen neuen Alltag gefunden und der Schmerz ist nicht mehr so allgegenwärtig.

    Liebe Grüße von Christina

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  2. Ach, liebe Christiane...

    Sende Dir ganz liebe Grüße!

    Marina

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  3. Liebe Christiane,

    auch wenn man mehr Katzen hat, es ist eine Leere in einem, es ist als fehle ein Teil. Es wird langsam besser werden, aber das dauert.

    Ganz viele liebe Grüße


    Claudia

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  4. Liebe Christiane,

    ich lese eben erst (nach Rückkehr von einer Reise) all das von Ninifee.
    Ich höre die Musik.
    Sie macht mich traurig; aber auch hoffnungsvoll, daß Du den Blog weiterführen mögest.
    Meinst Du, würde Ninifee es wollen, daß Du über "die anderen" schreibst?

    Gerne möchte ich Dich trösten, Christiane.
    Aber wie?

    Ninifee würde Dich wohl anstubsen und ihre Augen würden sagen: sei bitte nicht traurig, Du Gute.

    Liebe Grüße
    Elena

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  5. Liebe Christiane,
    ich drück dich ganz fest und fühle mit Dir! Ich kann Dich so gut verstehen!
    Ganz liebe Grüße
    Renate D.

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  6. Hope you do get your blog published in a photo book, you have so many wonderful photos and stories. This would be a good keepsake.

    We all send you many purrs and love and hope time will heal you.

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