Samstag, 26. Mai 2012

Neues von der Caboodle Ranch



Vielleicht erinnert sich der ein oder andere an den Post über die Caboodle Ranch in Florida/USA. Wer möchte kann ihn  hier nachlesen.

Die Caboodle Ranch ist ein von Privatinitiative getragenes Katzenreservat auf einer großen Ranch in Florida. Aufgrund  hintertreibender Machenschaften der PETA* im Februar dieses Jahres wurde die Ranch per Gerichtbeschluss von der ASPCA, einer großen amerikanischen Tierschutzorganisation, geräumt.  Der Betreiber Craig Grant wurde kurzzeitig in Haft genommen und wegen Animalhoarding und Tierquälerei angeklagt. Die Ranch ist bekannt für die Miniaturstadt die Craig den Katzen dort errichtet hat. Die bunten Unterkünfte wurden während der Einfangsituation der Katzen vom Einsatzkommando der ASPCA gleich mit zerstört ebenso wie private Gegenstände von Craig. Die 700 Katzen werden seitdem in einem ehemaligen Warenhaus in Käfigen aufbewahrt bis gerichtlich entschieden ist, ob die Vorwürfe gegen Craig haltbar sind. Die Verhandlung wurde bereits mehrfach verschoben, der neue Termin ist auf den Tag nach Pfingsten festgesetzt.

Mich hat das ganze ziemlich betroffen gemacht. Nicht nur, weil ich von dem persönlichen Einsatz von Craig und seiner Hingabe mit der er diesen Rückzugsort für überflüssige Katzen betreibt, schwer beeindruckt bin sondern auch wegen des ungewissen Schicksals, das die Katzen erwartet.  Die PETA macht keinen Hehl daraus, dass sie 97 % aller Abgabetiere binnen ein paar Tagen einschläfert.  Einen merkwürdigen Beigeschmack hat auch die Wildwestmanier, mit der die Aktionen dort ablaufen sind. Man stelle sich einen mit einer Tüte Katzenfutter bewaffneten alten Mann vor, der überraschend von einem Einsatzkommando der örtlichen Polizei umstellt und mit einer Waffe auf seinen Kopf gerichtet verhaftet wird.

Was mich dann total umgehauen hat, war das Schicksal von Nanette Entriken, Craig Grants Assistentin. Nanette war, um Craig vor Ort mit der Organisation der Ranch besser unterstützen zu können, aus einem anderen Bundesstaat  nach Florida in ein Haus auf der Ranch gezogen. Gerade mal zwei Wochen vor der Räumung der Ranch. Tage nachdem die Caboodle Katzen eingefangen und weggebracht worden waren, erschien frühmorgens auch bei ihr ein Kommando, schickte sie und ihre Schwester im Morgenmantel aus dem Haus und konfizierte ihre eigenen im Haus gehaltenen Katzen. Wem verschlägt es ob solcher Tatsache nicht die Sprache. Doch es kommt noch besser. Man bot ihr an, dass sie die Katzen sofort zurückbekommen könne, wenn sie den Bundesstaat verläßt und schriftlich erklärt, ihn nie wieder zu betreten.  Ich bewundere Nanettes Mut, in dieser Situation nicht vordergründig an ihre Katzen gedacht zu haben. Mit der Erkenntnis, dass es hier um ihre persönlichen Rechte, ihre Freiheit geht, hat sie den Mut gefunden, vor Gericht zu ziehen. Anfang Mai hatte sie Erfolg. Sie sollte die Katzen zurückbekommen. Die ASPCA bot sogar an, die Tiere zu chippen und einige junge Katzen, die mittlerweile alt genug zur Kastration waren, zu kastrieren.  Der Termin für die Rückgabe wurde festgelegt, später nochmal von der ASPCA verschoben mit der Begründung "sie bräuchten mehr Zeit".   Für was hat sich Nanette gefragt.

Mittlerweile hat Nanette ihre Katzen zurück. Verwundert darüber, dass alle weiblichen Katzen geschorene Bäuche hatten, musste sie nach Einsicht in die medizinischen Unterlagen der ASPCA feststellen, dass ausnahmlos alle narkotisiert und aufgeschnitten wurden um sicherzugehen, dass sie auch wirklich kastriert waren. Selbst die 15 jährige Seniorkätzin. So sehr ich mich für Nanette freue, dieser Wermutstropfen überschattet doch wieder alles. Wie kann man der Willkür solcher Organisationen so ausgeliefert sein.  Organisationen, die sich unter scheinheiligem Mäntelchen viel Geld von gutgläubigen tierliebenden Menschen erschleichen. Die damit Macht ausüben und letztlich genau das Gegenteil  von dem tun, was man eigentlich erwarten würde.  Ich würde lieber einem alten Mütterchen die Kastration ihrer Miezekatze spendieren, als jemals an irgendeine Tierschutzorganisation einen Pfennig zu spenden. Zu groß ist mittlerweile mein Mißtrauen in jegliche Art von Verbänden, die sich Tierschützer schimpfen.

 * PETA
Die PETA ist eine Organisation, die sich für die Rechte der Tiere einsetzt
= People for the Ethical Treatment of Animals
andere Übersetzung
People Exterminating Thousands of Animals

Bevor die Sache mit der Caboodle Ranch passiert ist und ich mich näher informiert habe, war die PETA für mich irgendeine abstrakte Organisation, deren Aktivisten nachts vermummt in Hühnerställe einbrechen und die Hühner mit grellem Taschenlampenlicht  erschrecken. Sie filmen dabei immer ein paar verendete Tiere, die sie aus dem Dreck am Boden hervorholen. Soweit das für mich erklärbar war, handelte es sich um Veganer, die auf die unzumutbaren Zustände in der Massentierhaltung aufmerksam machen wollten. Fand ich soweit in Ordnung.  Eine TV-bekannte Blondine zog sich sogar nackig aus damit die Peta mit ihrem Körper Werbung für ihre Belange machen konnte. Die Blondine wusste dabei nicht so genau, um was es eigentlich ging. Das war etwas peinlich und zeigt, dass es nicht um hehre Ziele sondern einzig um Eigenwerbung ging. Sowohl die der eigentlich sehr sympathischen Blondine als auch die der PETA, die mit  Fotos nackter Promis ein Zugpferd für ihr erfolgreiches Hochglanzmagazin  schafft. Sympathie kann ich der PETA und ihrer veganen Ideologie nun überhaupt nicht entgegenbringen. (Nichts gegen Veganer ... mein Mann ist auch einer und ich war schon mal auf dem Weg einer zu werden).  Aber wer es nötig hat,  mit ebenso teuren wie agressiv geschmacklosen Werbekampagnen auf sich aufmerksam zu machen, wer so effekthascherisch agiert und im Grunde lebensfeindlich eingestellt ist, zeigt, dass es nicht um die Sache der Tiere an sich geht sondern darum, mit diesem Thema viel Geld zu verdienen.


Genug Dampf abgelassen. Ich wünsche allen schöne Pfingsttage mit diesem beschaulichen Foto. Der Haflinger ist übrigens auch Veganer ;-) Wer sich wundert, warum keine Katze: die sind alle in den Wiesen und Feldern unterwegs und finden sich nur kurz zum Essenfassen ein - wenn überhaupt...




Kommentare:

  1. Vor der Sache mit der Caboodle-Ranch teilten sich für mich Veganer in die Fraktion, der es tatsächlich nur um Fragen der Ernährung ging - nur noch etwas extremer als Vegetarier - und die fanatisierten Ideologen vom Veganer-Blog...
    Seit Caboodle kann ich die Peta- und Veganer-Blog-Fraktion leider nicht mehr als harmlose irregeleitete Fanatiker betrachten - um sich politisch darzustellen, bringen sie Leid über Menschen und Tiere. Wenn ich nur daran denke, wie die Caboodle-Katzen nach ihrem freien Leben auf der Ranch nun schon seit Wochen gestapelt in ihren engen Käfigen dahinvegetieren, bis über ihr Schicksal entschieden ist. Dass sie höchstwahrscheinlich alle zum Schluss getötet werden... Wie grausam gegen Craig Grant vorgegangen wurde... Da steigt nicht nur die Galle sondern auch Hass und Verachtung in mir hoch...

    Christina

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  2. Ja, ja... die ASPCA...

    Danke für diesen wunderbaren Artikel, liebe Christiane. Ich habe ihn gleich verlinkt.

    Alles Liebe
    Anna

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  3. Das ist wieder Typisch Behörden und komische Tierschutzvereine. Die Katzen hatten es ja gut bei Graig und er war immer für sie da. Ich könnte Amok laufen wenn ich höre dass die Ranch einfach so geräumt wurde.

    Gruess hampe...

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