Freitag, 29. Juni 2012

Auf ein Neues ... der Aufwecker





Willy wurde wach. Etwas in seinem Inneren hatte gesagt, es sei ein gute Zeit aufzuwachen und draußen die erste Runde des neuen  Tages zu drehen. Willy lag im Bett auf der roten Decke, neben ihm seine Tante Silla. Sie teilten sich eine Hälfte des Bettes, dass der Dosimann freundlicherweise gänzlich den Katzen überlassen hatte.  Die Hälfte des Bettes mit der blauen Decke belegte Twinkle. Der behauptete immer, er brauche mehr Platz als die anderen und machte sich breit und lang, streckte die Beine lang aus wälzte sich hin und her, dass man eh keine Ruhe fand, wenn man neben ihm lag.

Willy lauschte den Vögeln, die zaghaft anfingen den neuen Tag zu begrüßen. Es musste so um 4 Uhr morgens nach Dosizeit sein. "Der frühe Vogel fängt den Wurm" oder hieß es "in der der Frühe fängt man Vögel" ?  Egal. Wenn er nach draußen wollte, musste er etwas unternehmen, von selber ging die Hintertür nicht auf - er brauchte einen Türöffner. Er musterte die Dosi im Bett gegenüber die leise vor sich hin schnarchte und noch nicht die geringste Ahnung von Willys Wunsch hatte. Willy hatte für solche Fälle ein großes Repertoire an Strategien, die begann er nun einzusetzen.

Er setzte sich neben das Bett der Dois und gab ein klagendes  Miauen von sich. Ein Wehklagen, ein trauriges Lied von Verlassensein und Einsamkeit. Ein Laut zum Steinerweichen und Dosiherzen schmelzen. Eine Geräusch, auf das die Dosi im Wachzustand mit auf den Arm nehmen, kuscheln und Worten wie "oh, mein  armer kleiner Schatz, mein Willylein, mein Puschelchen, was ist denn nur los"  reagierte. Diesmal reagierte sie nicht. Willys allmorgendliche Weckversuche hatten einen gewissen Gewöhnungseffekt eintreten lassen. Willy erhöhte die Lautstärke und zog energisch am Bettlaken. Die Überlebensfunktionen seiner Dosi funktionierten auch im Schlaf. Willy bekam den Zipfel der Bettdecke auf dem Kopf zu spüren.

Seine Brüder Hermann und Paulchen erschienen im Schlafzimmer und verfolgten Willys Bemühungen mit Interesse. Willy sprang ins Bett der Dosi und brüllte diesmal ein "ich will raus" Miau direkt in Dosis Ohr nicht klagend sondern fordernd. Unwilliges Brummen und Abwehrbewegungen ließen Willy aus dem Bett fallen. Willy sammelte sich zu neuem Angriff und sprang vom Nebenbett der Dosi direkt in die Magengrube. "Arschbombe" schrie er dabei laut. Seine Brüder nickten beifällig. Die Dosi klappte im Bett hoch und war verwirrt legt sich aber sofort wieder auf die Seite um weiter zu träumen. Von einer Katzendemonstration. Die Katzen trugen Schilder mit Sprüchen wie "wir wollen unsere Freiheit" und "Eingesperrte Katzen alle Länder vereinigt euch".  Paulchen hatte aus Langeweile angefangen unter dem Bett der Dosi die Auslegeware unter der Fußleiste rauszuprökeln. Die feinen Geräusche verwandelten sich im Unterbewußtsein der Dosi zu Bildern von vermummten Katzenhooligans, die in Dosiwohnungen eindrangen und die Einrichtung zerschlissen.

Willy ging jetzt zum äußersten über. Er rüttelte die Dosi an der Schulter mit seinen kleinen Pfoten. Und weil seine Pfoten so klein und die Dosi so groß war, benutzte er auch die Krallen. Er wusste, nach ein paar Sekunden fing die Dosi an sich kratzen und dann stand sie auf, weil sie Salbe auf die juckenden Stellen machen musste. Das war dann seine Chance. Und es klappte gut - auch dieses Mal. Und so zogen sie dann zur Hintertür - ausgeschlafene Katzen und eine zermürbte Dosi. Willy war zufrieden mit seiner Arbeit und machte sich im Geiste schon bereit, in einer Stunde seine "ichwillrein"-Tricks am Fenster abzuziehen. Seine Dosi konnte bis dahin ja noch ein wenig schlafen.





Kätzchengraphik: graphicgarden


Kommentare:

  1. Was für eine tolle Geschichte, ich bin richtig begeistert und das Foto einfach toal niedlich. :-)

    LG und ein schönes Wochenende
    Christa

    AntwortenLöschen
  2. Jaja, die Herrschaften wissen, wie`s zu machen ist, damit Dosis mürbe werden...*ggg*

    Angenehme Nachtruhe heute dann(?) *kicher*


    Danke für diese Geschichte - sooo nett!


    GLG Elena

    AntwortenLöschen
  3. We loved your story! Have a great weekend.

    Mindy
    Moe
    Cookie
    Mike

    AntwortenLöschen
  4. liebe Christiane,
    Du hast einen phantastischen Schreibstil - man kann sich diese Situations-Komik so bildlich vorstellen - einfach köstlich.
    Willst Du Deine KAtzengeschichten nicht in einem Buch veröffentlichen? Ich würde das Buch - genauso wie Deine tollen Kalender - SOFORT erwerben. Wie ich meine liebe Renate D. kenne, wäre auch die mit von der Partie.
    Hab´noch einen schönen Restsonntag.
    Alles Liebe für Dich und Deine Nachtruhe-Störer!!!
    Brigitte P.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. danke, liebe Brigitte. Ich glaube nur, für ein Buch reicht das nicht. Und es gibt so viele Leute, die Bücher schreiben ..
      LG Christiane

      Löschen
  5. Liebe Christiane,

    mir gefällt Dein Schreibstil auch total gut. Eine tolle Geschichte, ein schönes Foto.

    Liebe Grüße


    Claudia

    AntwortenLöschen