Montag, 25. Juni 2012

vordergründig nass


Als wir gestern nachmittag von einem verregneten Ausflug zurückkamen, wartete bereits eine Horde nasser Katzen, die sofort die Wohnung stürmten und nach Essen verlangten. Dabei war wieder festzustellen: nasse Katze ist nicht gleich nasse Katze.

Es gibt nass und tropf. Das Fell liegt unregelmäßig aber mit System am Körper.  Das Wasser gleitet in Rinnsalen von Fellinsel zu Fellinsel und wird so bodenwärts geleitet. In diesem Zustand tropft man besonders gerne und ausgiebig in der Küche auf den Fußboden ehe man sich selbst mit dem rosa Noppenhandtuch in den Trocknungsprozess einschaltet.

Es gibt nass und klatsch. Da läuft nichts mehr, das Fell hat sich literweise vollgesogen und liegt plan am Körper an. In diesem Stadium verschwendet man keine Eigenenergie durch Putzen sondern legt sich rücklings in mein Bett und wartet, bis das Bettzeug das Wasser aufgesogen hat. Sehr unangenehm übrigens, wenn man selber mit im Bett liegt.

Es gibt nass und pieks. Nasse Haare haben sich zu kleinen Spitzen vereinigt und stehen ab wie die Stacheln am Kaktus. Das läßt sich relativ einfach mit energischen Zungenstrichen wieder in Ordnung bringen
.
Es gibt nass und kleb. Das sind meine Haare nachdem ich im Gewitterschauer die Pferde versorgt habe (Handtuch, Fön)
.
Und es gibt nass und frizz. Dieses Frizz was laut Werbung vielen Frauen bei feuchtem Wetter zu schaffen macht. Mir nicht - siehe nass und kleb. Das Fell steht ab wie Haare nach einer verhunzten Dauerwelle. Twinkle zeigte neulich diese Kreation nach Konfrontation mit einem Platzregen. Er hat lange gebraucht das wieder zu richten. Paulchen hat auch bei trockenem Fell immer ein wenig Frizz, seine Haare sind nie so weich und seidig wie bei den anderen.  Wie bin ich da jetzt drauf gekommen? Ach so, der Ausflug.

Ein Rosenfest haben wir besucht mit schönen Verkaufständen und vielen Dingen, die ich nicht kaufen konnte, weil ich mich kenne und vorsichtshalber nur begrenzt Bares mitgenommen hatte. Vom Begleitprogramm habe ich außer einem flüchtigen Blick auf eine Modenschau nichts mitbekommen.  Noch zu erwähnen ein für meine Verhältnisse etwas eng konstruierter Toilettenwagen in nobler Ausstattung und Musik auf dem Lokus. (Sollte man zuhause auch einführen,  hat was). Vordergründig aber hat es geregnet oder besser geschüttet. Ohne Schirm ging gar nichts. Und was habe ich von diesem Rosenfest mitgebracht?  Na klar, eine Rose und eine Katze ....


Stände mit Rosen und anderen Pflanzen gab es diverse.  Rosen mit solche riesigen Turboblüten wie diese gelbe Schönheit oben hatte ich noch nie gesehen. Die Dame im Reitkleid nahm an der Modenschau teil und behielt  trotz des Wetters ein Lächeln im Gesicht. Inspiriert von dem schönen Kleid hatte dann auch die Rose, die ich zum Schluss mitnahm, diese Farbe. Kardinal Hume - keine Austin Rose aber "moderne Romantik" versicherte man mir. Und die witzige Katze wird irgendwo im Garten ein Plätzchen finden. Sie hat den Vorteil, dass sie nachts nicht am Fliegengitter hängen wird um eingelassen zu werden.




Kommentare:

  1. Hallo Christiane,
    Über Deine Definition unterschiedlicher Feuchtigkeits-Stadien bei Katzen- und Menschenhaaren habe ich mich köstlich amüsiert! Du hast sie jeweils so anschaulich beschrieben, dass man förmlich die Bilder vor Augen hat.

    Heute haben wir auch Regen - tut aber richtig gut nach der Hitze der letzten Tage!
    Liebe Grüße
    Renate D.

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  2. Liebe Christiane,
    Du hast nicht nur ein beeindruckendes Talent zum Fotografieren, sondern mit Deinem umfangreichen Wortschatz und grandiosen Erzählstil eine wunderbare Begabung zum Schreiben. Deine Texte machen wirklich Lust auf „mehr davon“. Ich könnte jedenfalls
    immer weiterlesen und weiterlesen und weiterlesen......, ganz zu schweigen von Deinem Sinn für Humor. Einfach wunderbar !
    Danke für Deine Erklärung zum Hintergrund der Rosenfotos. Ich werde das bei Gelegenheit ganz sicher mal ausprobieren.
    Hab’ noch einen guten Tag im Kreise Deiner hoffentlich wieder trocknen Vierbeiner und sei lieb grüßt
    ~*Laura*~

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  3. Köstlich! Ja, und auch ich kenne da ein paar Katze-nass-Abstufungen ;-)
    Toll geschildert.

    *kicher*

    LG Elena

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  4. Liebe Christiane,
    ich bin blind ........... vor lauter Tränen, die ich beim Lesen Deiner Geschichte gelacht habe ! Es tut sooooooo gut, Deine humorvollen Texte zu lesen und dabei über Deine tollen Fotos zu staunen. Bin zur Zeit sehr gestresst, da meine Kollegin in Urlaub ist. Aber Dein Post hat mich so zum Lachen gebracht, daß meine "Sorgen" wie weggeblasen sind !
    Hab noch einen schönen Montagabend mit einer - hoffentlich - trockenen Katzenbande !
    Liebe Grüße
    Brigitte P.

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  5. *lach

    Nass und kleb - herrlich! Nur gut, dass meine Miez eine reine Wohnungsmieze ist.

    Lg
    Angelika

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  6. Hallo Christiana,

    über deine ersten beiden Zeilen musste ich schon schmunzeln und stelle mir das gerade bildlich vor. *g*
    Einfach herrlich, deine Erklärungen zu den einzelnen Nassunterschieden des Fells.

    Auch wenn der Ausflug verregnet, so hast du dennoch wunderschöne Impressionen mitgebracht und deine Fotos sind einfach nur klasse!

    LG Christa

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  7. Ach, ich sehe die Regenwasserbächlein förmlich in deine Küche rinnen... *lach*
    Der 'pudelnasse' Moritz hat immer geduldig gewartet, bis man ihn trockenfrottiert hatte - dafür kam er nachts sogar ans Bett um uns zu wecken. Nicki läßt sich gern mal trockenstrubbeln, aber sie wird fast nie richtig nass, findet draussen immer trockene Plätzchen. Kiri & Merle dagegen sausen auf der Flucht vorm Handtuch patschnass durchs Haus und müssen vom Abtrocknen erst noch überzeugt werden...

    schmunzelnde Grüße
    von Christina

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