Mittwoch, 6. Februar 2013

Krankenpflege




Die Pinkys waren sehr in Sorge. Ihre Dosi kümmerte sich nun schon seit Tagen nicht mehr so wie sonst um sie.

Sie saßen im Bett neben der Dosi und beobachteten, wie sie röchelnde Geräusche von sich gab, laut bellte und in weiße Lappen pustete, die sie dann in eine Tüte tat, damit sie nicht damit spielten konnten. Bazillen seien daran hieß es. Erst war ihr zu heiß gewesen, jedenfalls in der Mitte. Füße und Hände waren zu kalt und sie hatte Socken und Handschuh im Bett angezogen. Irgendwann war ihr dann zu warm geworden und alles flog nach draußen. Auf der Suche nach einer kühlen Stelle im Bett wälzte sie sich unaufhörlich hin und her. Twinkle hatte versucht sie zu beruhigen, indem er sich fest auf ihre Beine legte. Schwache Abwehrbewegungen und lautes Stöhnen ließen den Schluss zu, dass diese Maßnahme unerwünscht sei.. "Wird sie jetzt ein Hund" erkundigte sich Tinky besorgt ob einer neuen Hustenattacke ihrer zweibeinigen Versorgerin.

Willy runzelte die Stirn. "Vielleicht braucht sie ein Antibisoticum. Das kriegt man nur beim Arzt. Hat sie neulich auch bekommen, da ging es ihr gleich viel besser".

Die Pinky folgten der angeschlagenen Dosi, die wegen ihrer Atemprobleme den Medikamentenschrank in der Küche ansteuert und beobachteten, wie sie Tabletten und Säfte einnahm. Richtig essen tat sie auch nicht mehr. Nur noch komische Sachen. Mochte daran liegen, dass der Dosimann jetzt nicht nur für die Pinkys sondern auch für die Dosifrau Dosen aufmacht. Erbsensuppe, Apfelmus und Kartoffelbrei aus der Tüte. Alles Sachen, die die Dosi nur im äußersten Notfall zu sich nahm. Willy staunte, als er die Dosi beobachtet, wie sie 2 Eßlöffel Erbsensuppe mit Apfelmus vermengte und mit glücklichem Gesicht davon naschte. Morgens hatte sie sich ein Spiegelei gemacht und dann behauptet, es schmecke wie gebratenes Radiergummi.

Es sei eine Erkältung, sagte Willy, der mal wieder Herrn Gugel raushängen ließ. Das bekomme man, wenn man zuviel kalter Luft ausgesetzt sei und in dem Zustand von Viren angegriffen werde. Die Pinky fragten sich wie diese Viren wohl aussahen. Wie Flöhe? Willy malte vor ihren Augen das Bild von kleinen fiesen schwarzen Vögel mit roten Augen, die hämisch krächzten und auf unterkühlte Dosis einhackten.
Die Pinkys befanden diesen Zustand als sehr lästig. So konnte es doch nicht weitergehen. Man hatte schon Tante Silla vorgeschickt, die ja ausgebildete Heilschnurrerin war. Leider war die Dosi von Sillas Intro zum Heilschnurren, einem Bauchsprung mit anschließendem Schamanentanz (= draufrumtrampeln) nicht erfreut gewesen und so war dieser Versuch gescheitert.

Die Pinkys waren traurig, dass sich ihre Bemühungen darauf beschränken mussten ihrer Dosi Gesellschaft zu leisten. Ihnen war langweilig und sie hatten schon heimlich versucht, sich mit dem Dosimann anzufreunden und abends ein wenig mit ihm zu spielen. Umso erleichterter waren sie heute morgen, als die Dosi mit Appetit ein Brötchen zu sich nahm welches auch nach Brötchen schmeckte. Es schien aufwärts zu gehen!












Kommentare:

  1. Oh-ooooh.... arme Dosi! Habt ihr nicht versucht, ihr maus-oh-schokola zu geben? Das hilft nämlich manchmal auch bei Zweibeinern. Hm... aber vermutlich nicht, wenn sie fragwürdige Substanzen wie Erbsensuppe mit Apfelmus zu sich nehmen, das ist echt ein schwerer Fall. Da hättet ihr eigentlich den Tierarzt rufen müssen.
    Aber jetzt geht's ihr ja wieder besser, wie schön!
    Herzliche Gute-Besserung-Grüße von der
    Landei-Bande

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  2. Ach Du Liebe,
    da hat es Dich aber ordentlich erwischt! Und die Pinkys waren bei der Genesung auch keine allzu große Hilfe!
    Aber Erbsensuppe mit Apfelmus war wohl eine Radikalkur und hat letztendlich geholfen, wie mir scheint.
    Ganz liebe Grüße und weiterhin gute Besserung!
    Renate D.

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  3. Lach, was für ein Krankenpfleger-Trupp! Habe mich köstlich amüsiert, toll geschrieben. Aber natürlich bin ich froh, am Ende gelesen zu haben, dass es nun wieder aufwärts geht.
    Weiterhin gute Besserung!
    En liebe Gruess
    Alex

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  4. .....gute Besserung für die arme Patientin, sehr schön geschrieben, zumidest ist der Humor noch nicht abhanden gekommen
    Liebe Grüße von Tatjana

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  5. Ohje, da wünsch ich gute Besserung!
    LG
    Christiane

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  6. Mich hat es zeitgleich erwischt, liebe Christiane. Da kann ich nur sagen: Gute Besserung für uns! ;)

    Vielen Dank für deine herrliche Beschreibung, die zwar einige Hustenanfälle (wegen der Lacher) ausgelöst hat. Aber das tut der Sache ja keinen Abbruch :D

    Alles Liebe
    Anna

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