Sonntag, 20. Juli 2014

Heu juchhei


Letztes Jahr um diese Zeit hatten wir Sommergäste. Die Kühe vom Nachbarn kommen einmal im Jahr auf unsere Weide um sie leerzufressen. Zwei Pferde schaffen den Grasberg, der sich im Frühjahr aufbaut, einfach nicht. Im Sommer steht das Gras dann schon brusthoch und es wird Zeit, das es runterkommt. Diese Aufgabe fällt den Kühen zu.  Dieses Jahr gibt es Gras satt an jeder Ecke, da waren selbst die Kühe mit ihren Kälbchen überfordert.  Somit wurde geheut. Das wäre eigentlich generell die einfachere Lösung aber wir haben vereinzelt Kreuzkraut in der Weide und da zögere ich. Auch wenn unser Landwirt immer meint, seinen Kühen würde das nicht  schaden. Auf der Weide wird es ohnehin nicht mit gefressen aber im Heu verliert es die Bitterstoffe, die das Vieh vor dem Verzehr warnt.


Jakobskreukraut ist so gefährlich, weil das Gift von der Leber nicht abgebaut wird. Die Pflanze ist hartnäckig und breitet sich immer mehr aus.  Man sieht es hier überall entlang der Wegränder.


Es gelangt auch in die menschliche Nahrungskette z. B. über den Honig

Wir bekämpfen es in der Weide durch Ausgraben und Ausreißen damit es sich nicht weiter ausbreitet. Da ich also gewissenhaft die Weide nach Kreuzkraut abgesucht und die Pflanzen elemeniert habe, können wir uns ans Heu wagen. ...


mähen ..


flächig ausbreiten zum Trocknen ..


ordentlich zu Schwaden häufeln  ..



und dann zu Röllchen aufwickeln

nicht alles was auf der Weide gelb blüht ist giftig:


Wiesenpippau 


Hornklee ?


Hahnenfuß
 auch leicht giftig - verliert aber im Gegensatz zum Kreuzkraut seine Giftigkeit im Heu


Ferkelkraut


Johanniskraut


nochmal  das Jakobskreuzkraut 
es sieht ja eigentlich ganz hübsch aus (für die Pflanzenbestimmer: fast alle Kreukrautarten haben 13 Blütenblätter!)  



nicht zu vergessen der Löwenzahn ...

die Szene mit dem Rasenmäher ist ein kleiner Scherz vom Dosimann


Kommentare:

  1. Eine schöne Zusammenstellung von gelben Wiesenblüten. In diesem Sommer hat sich in unserem Rasen der Wiesenpippau ausgebreitet wie verrückt. Ich kann den nur runtermähen, ausrotten geht nicht mehr. Und so ein gelbes Blütenmeer sieht zeitweise ja sogar ganz schön aus. Leider findet sich auch das Kreuzkraut hie und da. Das wird dann auch mit Stumpf und Stiel ausgerissen.
    Lieben Gruß
    Elke

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  2. Hallo Christiane
    Tolle Fotos, vor allem jenes vom tropfenden Hahnenfuss. Genial.
    Hab einen gemütlichen Sonntag
    En liebe Gruess
    Alex

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  3. Moin, moin, liebe Christiane,
    früher, zu Zeiten meiner Kindheit, also im letzten Jahrhundert, wurde eine solche Fläche noch mit der Sense gemäht. Das muss man sich mal vorstellen ! Anschließend wurde das Heu dann mit der Heugabel auf den Heuwagen befördert. Daran kannst Du Dich doch sicher auch noch erinnern - oder? Das dauerte meist den ganzen Tag, obwohl alle, wir Kinder eingeschlossen, geholfen haben. Das Schönste war allerdings die Belohnung nach getaner Arbeit. Dann gab es nämlich ein Picknick, das auf dem Feld eingenommen wurde und aus Brot mit Apfelmuss und Limonade bestand. Was waren das für wunderbare Zeiten. Es geht doch nichts über ein Leben auf dem Land !!!
    Dir und den Deinen, Katzen- und Kuhbande eingeschlossen, wünsche ich eine gute Woche und sonnige Sommertage.
    Euch allen sendet liebe Grüße Laura, die nach den herrlichen Sommersonnentagen schon wieder vor dem nächsten Gewitter zittert.
    PS: Dosiman scheint auch mit einer gehörigen Portion Humor gesegnet zu sein - oder ? :o))).
    Deine Fotos sind wie immer SPITZE !!

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    1. Ich bin ein Stadtkind :-) Aber die Heuwagen mit dem lose aufgeschichteten Heu kenne ich auch noch. In den Ferien waren wir immer bei den Großeltern. Da ging es ländlicher zu.
      Heute sieht man ja fast nur noch die Rundballen. Wir sind froh, Heu in kleinen Bunden zu bekommen. Auch da ist es schon anstrengend, den Wagen hinter der Presse zu packen.
      Der Dosimann hat das einige Male mitgemacht. Ich wäre dazu körperlich überhaupt nicht in der Lage. Wie gesagt: Stadtkind ...
      LG Christiane
      die auch sehr gern Butterbrot mit Apfelmus mag

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  4. Liebe Christiane
    wir jagen das Jakobskreuzkraut auch systematisch ... obwohl wir hier glaub die einzigen sind.... dafür haben wir extra einen Wurzelstecher geklauft und nun nach mindestens 7 Jahren ist es zwar nicht verschwunden, aber recht stark dezimiert!
    Hast du die Sendung auf Arte über die Neophyten auch gesehen?
    Deine Bilder von all den gelben Blümchen sind zauberhaft!
    Wünsche dir eine vergnügte neue Woche
    Herzlich brigitte

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    1. Nein, habe ich nicht. Wir sicher nochmal wiederholt.
      Christiane

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  5. Wie immer tolle Fotos! Auch super: die Vergleichsfotos von den anderen gelben Blumen. Jakobskreuzkraut geht übrigens auch über die Milch und Milchprodukte in die Nahrungskette, und wahrscheinlich baut sich das Gift auch im menschlichen Körper nicht ab. Faxe weiss so Sachen und meint, ich sollte das mal hier reinschreiben.

    Ansonsten: Schönen Abend noch und Grüße an die Pferde!

    LG
    dein Pfridolin

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  6. Wo Faxe recht hat, hat er recht. Aber was der Bauer nicht glaubt, glaubt er nicht. :-(
    LG Christiane

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  7. Ich bitte euch unm eine Quellenangabe zu dieser Behauptung: "Jakobskreukraut ist so gefährlich, weil das Gift von der Leber nicht abgebaut wird. "
    Danke

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    1. https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/ackerbau/gruenland/jakobskreuzkraut.htm

      Soweit ich das von Fortbildungsveranstaltungen des VFD in Erinnerung habe, werden die entstehenden PA nicht vollständig von der Leber verstoffwechselt und es kommt zu einer Anreicherung von Giftstoffen die u.U. erst dann zu Symptomen einer Leberschädigung führen, wenn es zu spät ist.
      LG Christiane

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    2. Danke. Anhand der Tabellen dort kann man auch gut abschätzen, ob die entsprechende Wiese potentiell gefährlich ist, wenn also da nur relativ wenige Pflanzen stehen, kann man das demnach vernachlässigen, die Fläche zur Futtergewinnung sollte also auf keinen Fall einen größeren Bestand dieser Pflanzen aufweisen. Wenn eine Kuh also 1500 Pflanzen davon fressen kann, war es zu viel. Vielleicht sollte man noch ergänzen, dass es noch mehr leberschädigende Faktoren (diverse vorbeugende Medis) für unsere Tiere gibt, im Endeffekt kommt dann alles zusammen, entsprechend vorbelastete Tiere können dann ggf. weniger vertragen.

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