Dienstag, 7. Oktober 2014

Crysanthementee und Bohnenreis


Bis jetzt habe ich einfach aus Frust nicht über mein defektes Auge schreiben können. Auch möchte ich nicht gern zu denen gehören, die mit zunehmenden Alter nur noch über ihre Krankheiten sprechen. Da gute Sehfähigkeit für jemanden der fotografiert und seine Bilder am PC bearbeitet, essentiell ist, doch noch ein paar Worte. "Epiretinale Gliose" lautet der Fachbegriff dafür, dass sich vor/auf meiner Netzhaut ein kleines Häutchen gebildet hat, das meine Sehfähigkeit von 100 auf 60% herabgesetzt hat. So sehe ich jetzt rechts einen trüben gelben Fleck genau da, wo das Auge den Autofokus sitzen hat. Zudem eiern sämtliche Linien, weil diese Membran die Netzhaut verzieht.  So sehe ich an allen Linien entlang hübsche Wellenlinien - doppelt, dreifach, vierfach ... Und das ganze Top-Paket umsonst, einfach so, von einem Tag auf den anderen - als Dreingabe anfangs verbunden mit extrem entzündeten und schmerzenden Augen (beide), die mich überhaupt erst in den Notdienst getrieben haben. 

Mit einer Brille wird man da nix. "Die Optik kann man reparieren" hat die Ärztin in der Klinik gesagt " aber den Film nicht". Man könnte operieren und das Häutchen entfernen  ... aber:  die OP ist nicht ohne und wird von der Krankenkasse erst dann bezahlt, wenn die Sehfähigkeit noch weiter runter ist. Mit der OP kommt  die Sehschärfe nicht zurück sondern man entledigt sich nur der Verzerrungen und kann die noch vorhandene Sehfähigkeit halten. Soweit der Sachverhalt. Man wird bei mir vorerst weiter kontrollieren, wie sich die Sache entwickelt. Der Äußerung der Oberärztin war sinngemäß wie folgt: Da ich keinen wichtigen Beruf ausübe wie ein Architekt, der ob der vereierten Linien an seinem geplanten Wolkenkratzer sagt  "geht gar nicht" sondern eher in die Kategorie strickendes Mütterchen gehöre, die unter Umständen die Verzerrungen gar nicht mit bekommt, weil ohnehin alt und sehschwach,  bin ich mit einer OP erstmal außen vor.  Ist jetzt etwas überspitzt auf den Punkt gebracht, trotzdem jedoch schon ein Schlag vor den Kopf.  Aber ich prügel mich auch nicht unbedingt um diese Operation  zumal die Veränderungen nur minimal sind und im Nachtrag die Äußerungen der Ärztin als Beispiel für die Abwägungen zu werten sind, die für eine Entscheidung "OP oder nicht" in Betracht zu ziehen sind. 

Der Schock klingt bei mir so langsam ab und ich arrangiere mich. Mit beiden Augen kann ich noch passabel sehen. Für meine geschwollenen roten Augen und die Schmerzen haben sich die Ärzte erst gar nicht interessiert. Auch nicht für die Wolken die sich ins Blickfeld schoben. Trockene Augen und Lidrandentzündung sagte wenigstens der nette Assistenzarzt im Notdienst. Mein behandelnder Augenarzt redet nicht viel, eigentlich redet er gar nicht - vielleicht mal auf Nachfrage. Immerhin konnte ich ihm eine Überweisung in die Augenklinik zwecks weiterer Untersuchung der epiretinalen Gliose abringen. In der Fachklinik, wo weitergehende Untersuchungen mittels bildgebender Verfahren gemacht wurden (jepp ich habe meine Augen von innen gesehen !!) interessierte man sich vordergründig für das Geschehen auf der Netzhaut empfahl aber Vitamin A-Salbe für die trockenen Augen.

Da ich zu denen gehöre, die sagen "hilf Dir selbst, sonst hilft Dir keiner" habe ich sämtliche Maßnahmen ergriffen, die mir für meine geschwollenen roten Augen, die extreme Lichtempfindlichkeit und die Schmerzen einfielen. Wochenlang habe ich fernsehen mehr als fernhören betrieben und beim Hinsehen eine Sonnenbrille aufgesetzt. PC ging nur immer kurz maximal 10 Minuten am Stück.

Ich tropfe seit Wochen fleissig den ganzen Tag über künstliche Tränenflüssigkeit verschiedener Hersteller, probiere meinen homöopathischen Giftschrank durch und halte mich an die Empfehlungen der chinesischen Medizin was die Ernährung bei Augenkrankheiten angeht. Crysanthementee (sehr zu empfehlen, schmeckt lecker, kühlt Hitze, löscht gut den Durst) und Bohnenreis um es auf den Punkt zu bringen. Letzteres ist etwas gewöhnungsbedürftig: man koche eine halbe Tasse Reis und eine Handvoll Böhnchen in 1,5 Liter Wasser, würze anschließend mit 2 Teelöffeln Honig. Mit Milchreis und weniger Wasser schmeckt das sogar gut.  Das nur am Rande. Wer jetzt noch nicht genug von Augenerkrankungen hat, kann hier näheres nachlesen:  KLCK. 






das Amsler-Gitter, so in etwa sieht das bei mir aus .... 



Kommentare:

  1. Liebe Christiane,
    ich habe mich eh schon des längeren gefragt, was es wohl Neues gäbe bezüglich Deiner Augenprobleme..
    Danke, daß Du uns informiert hast. Zur Erkrankung selber weiß ich gar nichts zu sagen außer daß ich es hochinteressant finde, wie Du dagegen angehst - gell, Du hältst uns Interessierte weiter auf dem laufenden?
    Und vielleicht ist doch etwas zu machen..

    Herzliche Grüße
    Elena

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  2. Liebe Christiane ! Das ist ja nicht so toll..., aber Deine Umgehensweise ist die einzig richtige. Hilf Dir selbst, sonst hilft Dir keiner. Sollte mir irgendwas erhellendes über den Weg laufen, was dir weiterhelfen könnte, lasse ich es dich sofort wissen. Schulmedizin ist zwar einerseits unverzichtbar, andererseits auch nicht alles. Und die Kategorie " strickendes Mütterchen '", so niedlich sich das anhören mag, entspricht es ja wohl nicht den Tatsachen. Deine Fotos sind so klasse ud dafür braucht man gesunde Augen. Also kämpf drum. LG Gitta

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  3. Liebe Christiane,
    das klingt erschreckend. Ich bin heilfroh, dass ich einen netten und kompetenten Augenarzt habe. Die beiden Star-Operationen sind bei mir ja wunderbar verlaufen. Ich weiß nicht, wie ich mich an deiner Stelle verhalten würde. Wirklich so lassen wie es ist, auch auf die Gefahr hin, dass es sich verschlechtert? Darf ich mal vermuten, dass du nicht privat versichert bist? Wenn ich damit richtig liege, solltest du vielleicht mal die Kosten auf dich nehmen und als Privatpatient einen Augenarzt aufsuchen. Da sieht es mit dem Interesse oft gleich ganz anders aus - so traurig das ist, aber das ist die Realität. Ich wünsch dir gute Besserung. Herumexperimentieren mit Ratschlägen aus der Alternativen Medizin würde ich bei Augenproblemen eher nicht.
    Liebe Grüße
    Elke

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    1. Der Ehre halber muss ich sagen, dass man die Veränderungen die im OCE zu sehen waren noch nicht als so gravierend eingestuft hat, dass man das Risiko einer OP eingehen wollte. Jetzt mal abgesehen von der Schiene Privatpatient oder gesetzliche Versicherung. Obwohl ich wiederum gelesen habe, dass die besten Chancen, die Sehkraft wieder herzustellen, die OP 8 Wochen nach auftreten der Symptome wären.

      Die alternative Medizin kann mir sicher bei der Gliose nicht helfen aber die trockenen Augen lassen sich ggf. beeinflussen.

      LG Christiane

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  4. Liebe Christiane,
    das hört sich nicht gut an und die Ignoranz der Ärzte ist auch nicht gerade aufbauend. Ich weiß leider auch nicht, was da hilfreich sein könnte. Ein anderer Augenarzt oder eine andere Augenklinik? Möglicherweise reagieren nicht alle Ärzte gleich. Ich würde dir auf jeden Fall wünschen, dass Du jemanden findest, der dir auch helfen kann - zumindest was die Entzündungen und die Schmerzen betrifft.
    Liebe Grüße
    Renate D.

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  5. Ach du je, Christiane, was machst Du da für Geschichten!? Ich wünsche Dir, dass die Entzündung mit ihren Folgen abklingt, und dass die Netzhautgeschichte sich nicht weiter verschlechtert.
    Und die unsensible Ärztin vergisst Du am besten schnell - gegen solche Vorurteile kann man halt nichts machen, außer lächelnd drüber hinweggehen, auch wenn man sich ärgert. Es gibt ja schließlich auch gute Ärzte, die nett sind. Die muss man aber leider suchen - und finden. Da kann ich auch ein Liedchen von singen.

    Alles alles Gute!

    Kerstin mit Finchen und Ayla

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  6. was es alles gibt! es ist ja wirklich zu blöd, dass du durch diese erkrankung in der ausübung deiner hobbies eingeschränkt bist. îch wünsche dir auf alle fälle, dass es zu keiner verschlechterung kommt und du uns weiter so tolle fotos zeigen kannst. alles, alles gute!

    lieben gruß, susi

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  7. Moin Chistiane,
    das hört sich ja nicht so gut an...

    Was die Ärzte betrifft da kann man sich manchmal wirklich an den Kopf fassen...

    Ich leide seit etlichen Jahren auch an trockenen Augen und nehme *Oculotect Fluid*.Mit den Tropfen bin ich sehr zufrieden...

    LG Sabine

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  8. Hi Christiane,

    das sind ja alles andere als gute Nachrichten. Bin gerade etwas geschockt.
    Eigentlich bleibt mir nur zu wünschen, dass du dich schnell damit arrangieren kannst, denn wenn ich das richtig verstanden habe, musst du nun ja einfach damit leben :-(

    LG Frauke

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