Samstag, 6. Juni 2015

im Gartenwahn

Mir scheint, er liegt in der Sehnsucht vieler Menschen, der eigene Garten. Ein vorgezogener Garten Eden, ein Refugium für die Seele auf Erden. Mehr oder weniger natürlich, geordnet, romantisch, Gemüse oder Blümchen - jeder nach seinem Gusto. Wenn ich mir was aussuchen dürfte, wäre es ein Bauerngarten oder etwas in der Richtung dieser englischen Cottagegärten. Rosen, ein wenig Gemüse, geordnetes Chaos in bunten Beeten.


wie ich es gerne hätte ...
Bauerngarten Kreismuseum Syke, sehr aufgeräumt ...

Unser Stück Garten ist ein ehemaliger Obstgarten. Als wir vor 20 Jahren hierher kamen war es eine Wildnis aus umgeholzten Bäumen, voll mit Totholz, von Brennnesseln und Brombeeren überwuchert. Zuhause von  3 Hühnern und zahlreichen unterirdischen Bewohnern wie Maulwürfen und Wühlmäusen. Es wurde vertikuliert und aufgeräumt (der Haufen mit dem Holz liegt heute noch). Zu mehr als Rasen mähen hat es dann in Folge nicht mehr gereicht.

Der Garten war immer nur ein lästiges Anhängsel und meine Bemühungen, dem ganzen Gestalt zu geben und Beete zu schaffen wurde unterbrochen von den üblichen Beschwerden (ich habe Rücken ... und Schulter, *nörgel*). Ermutigt durch die Tatsache, dass der Dosimann nun öfter für die schwereren Arbeiten zur Verfügung steht, habe ich nun doch einen neuen Anlauf gewagt.


Zur Demonstration des Ist-Zustandes bin ich extra todesmutig auf den Dachboden gegangen. (gibt es eigentlich eine Phobie gegen Dachböden?) Und nein, wir wohnen nicht in einem Hochhaus 


hier kann man erkennen, wie die Aufteilung gedacht war, was stückweise im Laufe der Jahre angelegt wurde und wie sich die Grasfläche im Quadrat links oben das aufgegebene Areale zurück erobert hat. Hinteres Drittel: Walnuss und Apfelbäume. Rechtes Drittel: der Holunderwald. Links gibt es noch eine hohe Birke und ein Fliedergestrüpp. Viel Schatten also aber die Mittagssonne knallt voll rein.


Seit drei Tagen bin ich stolzer Besitzer eines Hochbeets. Mit 6 Weißkohlpflanzen und 2 Tomaten bepflanzt. Es kam auch gleich Besuch - ein Schmetterling, der nicht nur weiß ist sondern auch weiß, wie gut Kohl seinen Raupen schmecken wird  



bedauerlicherweise gibt es nun den morschen Baumstamm nicht mehr, den die Pinkys als Ausguck benutzt haben. Er musste dem Hochbeet weichen. Ersatzweise steht nun ein Tisch mitten im Beet mit dem wuchernden Geranium. Tinkerbell findet die neue Konstellation ganz okay. 





der Boden ist knallhart durchwachsen mit allem erdenklichen - eine Tortur hier zu graben


dieses fiese rankende Kraut habe ich vor langer Zeit mal irgendwo als einzelnes Pflänzchen geschnorrt - mittlerweile hat es sich flächendeckend zu einem Alptraum entwickelt. 


kleine Lichtblicke







Tinkerbell auf dem Rand der ehemaligen Kräuterspirale.  Da muss alles neu gemacht werden genau wie beim undichten Gartenteich, der nur deshalb noch da ist, weil hier einige Frösche sesshaft geworden sind. Es gibt also viel zu tun. Mal sehen, wie lange mein Enthusiasmus anhält ...


ein Anfang ist jedenfalls gemacht






Kommentare:

  1. ich muss gestehen, ich finde dein gestrüpp mit engel, blauem topf und kugel ganz wunderhübsch! ein richtiges stillleben! aber auch den wunsch nach ein bissl mehr ordnung, etwas gemüse und einem netten sitzplatz (für die katzen) verstehe ich sehr gut! halte durch und halt dir herrn dosi mit viiiel lob bei der stange, dass er weiterhin die schwere arbeit macht ...
    lieben gruß und ein vergnügliches schaffen in eurem garten! susi

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    1. Wir tun unser bestes ;-) So lange meine Schulter nicht wieder aufmuckt ...
      LG Christiane

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  2. Es gibt so viele schöne Gärten,die ich auf meinen Spaziergängen sehe.Mir gefallen z.B. auch Steingärten sehr gut...Mir fehlt das Händchen dafür...In unserem Vorgarten blüht es eher wild durcheinander...Vielleicht gelingt es mir ja irgendwann etwas Ordnung reinzubekommen...Aber manchmal gefällt mir das Wilde auch...;)

    LG Sabine

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    1. Ich muss gestehen, ich weiß auch nicht so recht, was ich zusammen pflanzen soll - und was davon dann in dieser Lage auch zufrieden mit seinem Standort ist. Aber Du hast recht: wild sieht auch gut aus :-)
      LG Christiane

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  3. Ich mag deinen Garten sehr. Er sieht eben nicht so "aufgeräumt" aus, wie wir das immer in den Hochglanzgartenmagazinen gezeigt bekommen. Sowas macht nur unzufrieden. Unser Garten hat eine ähnliche Karriere hinter sich wie eurer, nur dass er inzwischen nach einer Zeit des einigermaßen "neuen" Aussehens (wir haben unser Fußballfeld vor ungefähr sechs Jahren zum ersten Mal in Angriff genommen) schon wieder prächtig verwildert. Und obwohl ich nie so ganz zufrieden bin, eigentlich gefällt er mir. Und was den "Wahn" angeht - es gibt da Schlimmeres ;-)
    Herzliche Grüße
    Elke
    __________________________________
    www.mainzauber.de

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    1. Ich schaue sehr gerne in die Bilder von Deinen Garten mit dem kleinen Bach. Sehr idyllisch. Ich hätte nicht gedacht, dass er so groß ist - Fussballfeld ist schon gigantisch. Wir kommen auf ein Handballfeld ...
      LG Christiane

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    2. Das war auch nur in übertragenem Sinne gesagt. Bis etwa 2008 haben wir uns nie groß um den Garten gekümmert. Das war in erster Linie Rasen, der zwischen dem Kleinkindalter unserer Söhne und meinem Rückzug aus der Praxis langsam aber sicher zum Bolzplatz unserer Jungs und ihrer Spielkameraden wurde. Von der echten Größe her liegt unserer auch eher beim Handballfeld ;-)
      LG - Elke

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    3. Oh, dass beruhigt mich. Ich fühlte mich schon ganz klein ;-)
      LG Christiane

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  4. Was für ein tolles Vorhaben, liebe Christiane, und was für eine Aufgabe ! Ich wünsche Dir und Deinem Dosimann viel Freude bei der Umsetzung. Vor allem wünsche ich Euch Durchhaltevermögen und dass es genau so schön wird, wie auf dem Foto oben. Das wäre auch nach meinem Geschmack :o). Hoffentlich lässt du mich an den Fortschritten teilhaben - bin schon ganz gespannt auf das Endergebnis - wobei, - ein Garten wird eigentlich nie fertig. Gibt es doch ständig etwas zu tun - oder zu ändern. Ach schön, ich freu' mich für Dich/Euch und mit Euch - denn so ein Garten ist wirklich ein wunderbarer Ort - ein kleines Paradies auf Erden - in dem man sich entspannen und erholen kann und das Gärtnern kann zum reinsten Vergnügen werden. Für mich ist es Meditation und Freude zugleich.
    Die Katzen sind wieder so was von fotogen ! Die Blümchen natürlich auch - wie immer !
    Liebe Grüße mit den besten Wünschen für bestes Gartenwühlwetter, schickt Euch Laura,
    die das Endergebnis wirklich nicht erwarten kann ;o)).
    Macht's gut und lasst es Euch gut gehen !

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    1. So schnell wird das auch nicht gehen - zwei, die "Rücken" haben graben einen Garten um. Das kann dauern ;-) Aber ich nzeige gerne Fotos wenn mich der Gartenstolz überkommt. Habe übrigens gerade von der Nachbarin 2 Tomatenpflanzen bekommen. Wird doch :-)
      LG Christiane
      die Dir einen schönen Sonntag mit Erdbeerkuchen wünscht.

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  5. Hehe, kommt mir ja doch ein bisschen bekannt vor. Einen Teil unseres Grundstrücks haben wir während der ersten zwei Jahre, in denen wir hier sesshaft geworden sind, tatsächlich zu einer Art Garten umgestaltet. Vorher wucherten dort hauptsächlich Brennesseln, Haselsträucher und Giersch, nebst einigem anderen wildgewordenen Grünzeug. Mittlerweile kann man eine Art Struktur erkennen. Der engagierte Beobachter erkennt, wo Beete sein sollen, wo die Rasenfläche (durchsetzt von kleinen, braunen Eigenheimen der underground-gang) ist und wo die Terasse beginnt. Der Rest des Grundstücks, eine ehemalige Weidefläche, Streuobstwiese oder was auch immer das mal war, hat einen Froschtümpel bekommen, der seinem Namen alle Ehre macht, außerdem steht dort ein Pavillon. Ansonsten wird dieser Teil von Herrn LandEi als Rallyestrecke für seinen rasenden Rasentrecker genutzt. Rrrrrrm-rrrrrrrrrrrrm.
    Mini bandelt gerade mit einem gerade ausgelernten (und von daher hoffentlich noch hochmotivierten) Garten- und Landschaftsbauer an.... *HOFFNUNG*
    Oh, und neben der Wäscheleine befindet sich ein Gewächshaus, das durchaus als strukturiert und aufgeräumt gelten kann.
    Gartengrüße vom
    LandEi

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    1. Ach ja, die Chaoten aus dem Untergrund und ihre Erdbehausungen. Sie seien verflucht. Manchmal denke ich, man sollte die ganze Fläche betonieren und dann grün anstreichen. Doch wahrscheinlich brechen sie dann mit einem Presslufthammer durch ...
      LG Christiane

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  6. Du/Ihr schafft das, liebe Christiane - und ich finde, der Garten sieht jetzt schon gut und vielversprechend aus, irgendwie..
    Das mit den unscheinbaren kleinen Pflänzchen, die dann ganz plötzlich Urwaldgelüste entwickeln, kenne ich ;-)

    Liebe Grüße übrigens von Hochbeetbesitzerin zu Hochbeeteignerin: auch ich habe heuer mein erstes solchenes machen lassen und bin begeistert..; und äh, Du meinst, der Kohlweißling ist`s bei Dir auch schon?

    Herzlichst, mit Kraulern an die Katzentiere

    Elena

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    1. Ja, der Kohlweißling - kam zielsicher angetaumelt und hat die Pflänzchen begutachtet!
      LG Christiane

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  7. Geordnetes Chaos - der Begriff gefällt mir. Ein bisschen Wildnis steht nämlich jedem Garten gut. Sehr schön schaut´s aus bei dir!
    Liebe Grüße
    Christiane

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    1. Danke für die Blumen ;-) Im Moment hapert es bei mir an Ideen, wie man aus den Gegebenheiten etwas machen kann. Ein blank polierter Vorzeigegarten wird das aber auf keinen Fall werden. Es bleibt wild. Schließlich brauche ich die Brennesseln aus dem Holunderwald für Pflanzenjauche :-)
      LG Christiane

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  8. Liebe Christiane ! Aus eigener verkrauteter Erfahrung weiß ich, wie viel Arbeit in so einem Stück Land liegt... Und ich finde es schon ganz beachtlich, was Du bisher geschafft hast. Jetzt heisst es : " Durchhalten Ferdl !". Und ein bisschen Gemüse aus dem eigenen Garten ist besser als KEIN Gemüse aus dem eigenen Garten. Gärtnerische Grüße Gitta

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    1. Gemüse aus dem eigenen Garten ist das höchste. Das wird hier leider nicht klappen - zuviel Bäume. Größere Hochbeete wären vielleicht eine Möglichkeit. Mal schauen ... ;-)
      LG Christiane

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  9. Unser Garten nimmt auch nur langsam Gestalt an, aber das ist wohl so, wenn man ganz von vorne anfangen muss. Aber es sieht doch schon sehr schön aus bei Euch.

    LG kathrin

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  10. Danke. Manchmal scheint mir, es wäre einfacher, man hätte eine Art Bauplan. Bei uns entsteht das meiste aus trial and error. Und dann sind da noch die vielen Mitesser und die Wühler im Untergrund, die vieles wieder kaputt machen. Das macht unfroh und ich habe zum Herbst und Winter hin schon oft kapituliert. Aber jedes Jahr im Frühjahr lockt es einen dann doch wieder in den Garten.
    LG Christiane

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  11. Mögen die nächsten Sommermonate voller Elan und ohne Rücken oder anderen fiesen Dingen sein, die deinen Enthusiasmus bremsen könnten. :-)

    Neeeee, ein Garten ist zwar schön, aber ich würde freiwillig nur einen Minigarten haben wollen. Am liebsten wäre mir sogar ein Innenhof, in dem ich einfach viele Pflanzenkübel aufstellen würde. Rasenmähen ist für mich nämlich auch ein Graus. Musste ich früher bei meiner Oma immer ... doooof !!!

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