Freitag, 2. Oktober 2015

Der Original-Saftborn


Was macht man, wenn man den Garten voller Fallobst hat und wenigstens einen Teil davon nicht den Wespen, Hornissen oder Schnecken überlassen will?  Ich für meinen Teil dachte an dem heutigen schönen Herbst-Morgen an eine Verwertung als Apfelgelee. Gedacht, getan. Als erstes muss man dazu die festen Äpfel in eine flüssige Form umwandeln. Dazu begeben wir uns in die Vergangenheit und holen ein historisches Küchenutensil vom Schrank.


Dieser Dampftopf, der Original-Saftborn der Firma Will Wagner Winke,  hat meine Kindheit und Jugend begleitet. Jeden Herbst waltete er wohlgefüllt mir gesammelten Brombeeren, Holunderbeeren und anderem Obst, seines Amtes. Der fleissigen Hausfrau der 60 ziger Jahre (in diesem Fall meiner Mutter) versprach der Saftborn die Versorgung ihrer Familie mit gesunden Säften. Alles ganz easy -  Wasser unten in den Topf, Obst oben rein und dann darauf warten, dass das köstliche Nass anfängt in sterilisierte Flaschen zu laufen. Eine klebrige Angelegenheit wenn man mich fragt. Das gute Stück ist mittlerweile Bestandteil meines Haushalts und darf  dann und wann seiner Bestimmung gemäß seines Saftamtes walten. Nicht mehr sehr oft - s. meine Bemerkung über klebrig (wobei nicht nur der Topf klebt sondern meist die ganze Küche)



Also ran an den Gelee. Messer gewetzt und  2 große Schüsseln mit Falläpfeln geschält, nicht ohne mich kräftig in den Daumen zu schneiden weil das Messer so gut flutschte. Kollateralschaden. Von solchen Bagatellen lässt sich ein Geleebesessener nicht von seinem Vorhaben abbringen. Irgendwann blieb nur noch eine Schüssel mit den Resten.


hier sieht man die findige Versuchsanordnung, durchdacht und darauf ausgelegt möglichst wenig Klebschäden zu verursachen. Auch bin ich unsere alte Küche ausgewichen, weil der Saftborn und die Induktionsplatten nicht mit einander warm werden wollten. 


da das Röhrchen nicht mehr vollständig abgedichtet werden kann und immer fröhlich vor sich hintröpfelt, wurde es während des Dampfentsaftens kurzerhand hochgebunden. Es gab etwas über 1 Liter Saft. Enttäuschend ... aber ich hatte eh nur ein Paket Gelierzucker


alles ist bereit ...


... am Ende habe ich 4 Gläser Gelee. Dafür habe ich incl. Aufräumen, Abwaschen und Küche feudeln 4 Stunden in der Küche gestanden ...   ein Gläschen Apfelgelee kostet im Supermarkt 1,20 Euro sagt der Dosimann. Na ja, ein kleines Gläschen halt. Und nicht aus den eigenen Äpfeln. Dafür hat es sicher mehr Vitamine als das, was jetzt bei mir in den Gläsern ist. 1 Stunde im Dampfentsafter und 4 Minuten sprudelnd kochen - da ergreift sicher auch das letzte Vitamin die Flucht. Egal, ich liebe Apfelgelee. 


ein paar Blüten-Impressionen von heute morgen




den Abschuß bildet Keksi, dem die Frage, ob es lohnt seinen eigenen Gelee her zu stellen, furchtbar egal ist um nicht zu sagen am A.... vorbeigeht.


ich wünsche allen ein wunderbares herbstliches Wochenende



Kommentare:

  1. Hihi, das kommt mir bekannt vor. Ich habe heuer auch sehr viel Marmelade gekocht und Apfelsaft haben wir auch gepresst. Zeitintensiv ist es schon, aber es ist halt einfach was anderes, wenn man eigenes Obst verarbeitet.

    lg kathrin

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  2. Aber trotzdem: selbstgemacht ist selbstgemacht :-)
    Herrlich das Foto mit dem pfotenhebenden Keksi - als ob er winkte, gut erwischt..

    Viele Grüße
    Elena

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  3. Selbstgemacht ist ja doch was anderes...Da wird man dann für den Arbeitsaufwand ein wenig entschädigt...Das Foto mit den Spinnweben finde ich richtig Klasse...

    Liebe Grüsse
    Sabine

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  4. Hallo Christiane,
    ...dafür schmeckt das selbstgemachte Gelee doch viel, viel besser!
    LG Heidi

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  5. Das mit dem Dampfentsaften von Äpfeln hab ich aufgegeben. Zu umständlich für zu wenig Ergebnis.
    Jetzt ist aber Herr LandEi auf so eine Saftpresse gestoßen, die mein Vater dereinst angeschafft hatte. Und der Herr LandEi hat nun ab übermorgen Urlaub. Noch genau 1,5 Tage für mich, um das Weite zu suchen.....
    Falls ich es nicht finde, das Weite, werde ich einen saftigen Bericht schreiben.

    Voller übler Vorahnungen grüßt ergebenst
    das LandEi

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  6. Hallo liebe Christiane,
    das ist ja ein sehr ausführlicher und interessanter Beitrag zum Verwerten von Fallobst. Toll, dass du das überhaupt machst. Ich komme auf meinen Spaziergängen so oft an Massen von Fallobst vorbei, das auf dem Boden vergammelt - das tut schon weh. Meine Eltern hatten früher auch viele Apfelbäume, wir haben sogar eigenen Apfelwein hergestellt. Ich musste als Kind soviele Äpfel essen, dass ich später für lange Zeit keine mehr mochte :-( Aber heute ist das wieder ganz anders.
    Nun aber etwas völlig anderes: Hurra! - das Felixpaket ist angekommen. Ich habe schon gar nicht mehr daran gedacht, muss ich gestehen. Vielen Dank nochmal für diese tolle Aktion. Und wenn du sehen möchtest, was unsere Katzen davon halten, dann bitte hier entlang: http://mainzauber.de/hp2012/2015/10/felix-und-felicitas/

    Herzliche Grüße
    Elke
    _______________________
    mainzauber.de

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